Ardennes

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Ardennes

Ardennes. Was man mit Belgien verbindet.

Und was dann wirklich kommt.

Belgien. Schokolade. Pommes. Beleuchtete Autobahnen in der Nacht. Hässliche Küstenstädte. Dutroux. Ach, und Brügge ist schön.

So war das Bild. Bis Heinrich die Idee hatte die Arbalète zu fahren. 409 Kilometer, Mai 2025, vier Tage, Belgische Ardennen. Nach kurzer Tourplanung und einem gefundenen Termin waren wir vier: Heinrich, Frank, Kiki unsere Powerfrau, und ich.





Was man wissen muss: die Arbalète ist als MTB-Strecke ausgewiesen. Wir kamen mit Gravelrädern.

Sanfter Start, schöne Landschaft, und dann: Steine, Wurzeln, verblocktes Gelände, Abfahrten die man entweder schnell oder gar nicht fährt. Wo es runter geht geht es auch wieder hoch. Ständig. Die Anstiege waren zum Teil nur durch Schieben zu bezwingen, weshalb man die Tour auch Schiebetour hätte nennen können.

Absolute Abgeschiedenheit auf der Route. In den Pausen musste man ernsthaft überlegen ob noch genug Wasser dabei war. Im Zweiten Weltkrieg kam hier keiner durch, das wurde uns schnell bewusst.

Was wir komplett unterschätzt hatten: durch die schwierige Strecke kamen wir nie auf Zeit und Kilometer. Also fuhren wir jeden Abend mit voller Beleuchtung durch die Dämmerung. Die erste Nacht auf dem Campingplatz, Zelt, alles dabei.

Geilste Natur. Totale Abgeschiedenheit. Einer der besten Trips.














Die Orte in dieser Ecke Belgiens sind baulich richtig toll, die Menschen unglaublich nett, und das Baguette, die Kuchen, die Törtchen. Man kommt erschöpft irgendwo an und wird satt. Belgien hat uns überrascht.

So sehr, dass alle sofort im Belgien-Fieber waren und die nächste Tour geplant wurde: der Stoneman Arduenna.



Zweite Tour, nächstes Jahr, ohne Kiki aber mit Christian neu dabei. Wieder ein AirBnB zum Start, wieder die Ardennen, ähnlich schwer aber einen Tick zahmer als die Arbalète. Der Stoneman hatte seinen eigenen Rhythmus, die Landschaft dieselbe Schönheit, die Beine dieselben Fragen.

Der eigentliche Endgegner war nicht die Strecke. Es war der Wahoo.

Wer mit einem Wahoo fährt kennt die Farbskala der Steigungen. Grün ist flach. Gelb geht noch. Rot bedeutet es geht hoch. Beim Stoneman war es fast durchgehend Rot, Gepäck auf dem Rad, Beine leer, kurbeln ohne Ende.

Und dann kam Lila.

Lila kommt eigentlich nie. Lila ist die Farbe für Steigungen die das Gerät für theoretisch hält. Wenn Lila kommt fängt man an zu zweifeln, die Motivationsspirale dreht sich nach unten, und man verhandelt innerlich mit sich selbst über jeden weiteren Meter.

Das Gute: man hat Strategien für solche Momente. Die schlechte Nachricht: man braucht sie alle.

Aber nach der Arbalète weiß man was kommt. Und man fährt trotzdem wieder hin.

Die Bilder zeigen den Rest.