Stelvio
Stelvio. 48 Kehren. Und kein Grund zur Panik.
Die Geschichten über den Stelvio hört man vorher überall. 48 Kehren, über 1800 Höhenmeter, einer der härtesten Anstiege der Alpen. Man nickt, hört zu, und denkt innerlich: wird schon.
Der Plan stand. Früh raus aus dem Gasthof in Meran, Räder fertig machen, und dann die Fahrt zum Startpunkt. Großfeldweg 18 in Sluderno, der Ortlerblick Gasthof, direkt am Fuß des Anstiegs. Wer dort steht und nach oben schaut versteht warum man die Geschichten vorher lieber nicht zu ernst nehmen sollte.


Was einem keiner vorher sagt:
wenn man den Rhythmus gefunden hat, ist der Stelvio eigentlich fair. Eine Kehre nach der anderen, immer weiter, immer höher. Irgendwann schaut man nach oben und sieht die Straße in Serpentinen über einem. Irgendwann schaut man nach unten und sieht sie unter einem.
Es war ein Montag. Klar, kühl, ruhig. Keine Sportwagen die einen überholen, kaum Motorräder. Nur der Berg, die Straße, und die Beine.







Oben angekommen war die erste Reaktion: war das alles? Nicht abwertend gemeint. Eher das Gegenteil. 2760 Meter, 9080 Fuß, auf einem alten Emailleschild an der Wand. Die Geschichten hatten den Berg größer gemacht als er war. Der Stelvio ist hart, keine Frage. Aber er ist auch fair, berechenbar, schön.
Und ja, man könnte das noch mal machen.

