Italien Bikepacking

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Italien Bikepacking

Italien. 2200 Kilometer. Alleine. Ohne festen Plan.

Es war ein Sonntag. Kaffee, Laptop, Bett. Eine persönliche und berufliche Veränderung hatte mich zum Nachdenken gezwungen. Und irgendwann in diesem Moment war die Frage nicht mehr ob, sondern wohin.

Die Antwort kam schnell. Rom, meine Lieblingsstadt, als Start. Dann einfach fahren. Amalfiküste, Sizilien, Sardinien, Korsika, zurück über Livorno und Parma zum Gardasee. Am 27. Februar 2023 ging es los.

22 Tourtage. 2200 Kilometer. Fähren wenn das Meer dazwischen lag, Zelt wenn kein Bett da war. Und einmal den Zug, weil Fieber und Rennrad keine gute Kombination sind und die Reise nicht hier enden sollte.

Was man vorher nicht planen kann: eine abgerutschte Straße die kein Weiterkommen erlaubt. Und einen Tag im Hafen festsitzen weil auf der Fähre ein Verbrechen passiert war und die Kriminalpolizei alles gesperrt hatte.

In diesem Moment saß ich Barbara gegenüber. Eine Italienerin, die einfach da war, geduldig, hilfsbereit, mit Tipps für Sardinien die so gut waren dass ich meinen kompletten Plan umgeschmissen habe. Manchmal schickt eine Reise einem genau die Menschen die man braucht. Barbara war so ein Mensch.

Palermo war der härteste Moment. Erster Eindruck: laut, dreckig, Obdachlose überall. Dann kam Davide, zeigte mir die Stadt, den Markt wo Fisch und Obst und Chaos gleichzeitig existieren. Palermo entwickelt seinen Reiz langsam. Aber er kommt.

Ein einsamer Zeltplatz auf Sardinien mit einem Sonnenuntergang der alles rechtfertigt.

Auf Korsika roch es nach Rosmarin. So stark an manchen Stellen dass man kurz aufhörte zu treten und einfach nur da war.


Und in Parma, nach Wochen auf dem Rad, abends in die Oper. Weil es ging. Weil man nach so einer Reise einfach alles mitnimmt was kommt.

Theresa die Gastgeberin die Wäsche waschen ließ. Das Café in Diamante wo ein belegtes Baguette nach einem langen Tag besser schmeckte als jedes Restaurantessen.

Und am 22. März, letzter Tag, ein Café in Trento. Il Torrione. Einer meiner Lieblingsorte. Die Reise war zu Ende.

Im Nachhinein viel zu kurz. Ich hätte mir mehr Zeit nehmen müssen.

Aber das Gefühl als ich dort saß, Kaffee, Stille, der Blick uf die Stadt, das hole ich mir gerade zurück wenn ich die Bilder anschaue.

Was für ein Trip. Mit Höhen und Tiefen.